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NeubauFertighaus: Vergleich, Vorteile und Nachteile

Vorteile und Nachteile von Fertighäusern sollten nicht mit Vorteilen und Nachteilen von Holzhäusern verwechselt werden. Lesen Sie hier, was ein Vergleich von modernem Fertighausbau mit einem konventionellen Bau ergibt.

Moderner Bau von Fertighäusern beschränkt sich nicht nur auf Holzbau – auch Massivhäuser aus verschiedenen Baumaterialen sind heute als Fertighaus herstellbar. In Österreich ist der Fertigbau in ÖNORM B2310 geregelt.

 

Varianten zur Errichtung von Fertighäusern:

  • Leichtbetonbau, „ Wohnbeton“:

Bereits im Werk werden die Wände hergestellt, indem Leichtbeton in die vorgeplante Schalung gegossen wird. Fenster, Türen, Leerverrohrungen für die Elektroinstallation etc. werden bereits vorgesehen. Je nach Hersteller werden unterschiedliche Betonzusammensetzungen und

Zuschlagstoffe verwendet, die die Eigenschaften der Wand verändern sollen.

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  • Holzbauweide in verschiedenen Varianten:

Fragen Sie uns zu einem speziellen Überblick, welche Vorteile und Nachteile verschiedene Holzbauformen (Holzrahmenbau, Massivholzbau) haben.

 

  • Ziegelbauweise:

Im Gegensatz zur traditionellen Bauweise werden hierbei raumhohe  Ziegelwände im Werk gemauert. Um die notwendige Stabilität zu erzielen , werden Stahlarmierungen („Armierungseisen“) eingebracht.



NeubauArgumente im Vergleich - Fertighaus und konventioneller Bau:

Die früher oft verwendeten Argumente (Vorteile des Fertighausbaus) musste man heute sehr genau auf Ihre Gültigkeit prüfen. Viele Rahmenbedingungen können genauso mit einem Baumeister vereinbart werden, auch der Preisvorteil ist oft nur sehr bedingt gegeben.

Grundsätzliche Vorteile und Nachteile von Leichtbauten im Vergleich zu Massivbauten sind an sich nicht davon abhängig, ob ein Haus als Fertighaus oder vom Baumeister bzw. einer Zimmerei errichtet wird.

 

 

 

Als Vorteile für das Fertighaus bleiben aber zumindest:

  • Kürzere Bauzeiten ( statistisch komplett fertig in 10 Monaten statt 28 Monaten bei konventionellen Bau), eventuell auch mit Bauzeitgarantie
  •  Reduzierte oder entfallende Behördenwege
  • Fixpreisgarantie ist Standard
  • Ein einziger Ansprechpartner bei der gesamten Ausführung sowie bei Problemen  zumindest in der Variante „schlüsselfertig“)
  • Einzug in ein bereits ausgetrocknetes Haus
  • Bessere Vorstellung des „Endprodukts“ bei Besichtigung in Musterhausparks
  • Schwierige Geländeverhältnisse in der Bauphase einfacher bewältigen (z.B. Bauen am Hang)
  • Qualitätssicherung bei seriösen Anbietern garantiert gleichbleibend hohe Qualität der Bauteile
  • Standardisierte und erprobte Haustechnik (Gerätekombinationen etc.)

 

Als Nachteile bleiben:

  • Schwieriger lösbare Luftdichtheit der Bauteilenanschlüsse
  • Meist etwas eingeschränkte ‚Grundrissgestaltung und Materialauswahl
  • Tendenziell etwas niedrigerer Wiederverkaufswert

 


Was heißt „schlüsselfertig“?

Zusätzliche Leistungen beim schlüsselfertigen Haus:

  • Herstellung der Fußbodenkonstruktion samt Wärmedämmung und der Bodenbeläge laut Leistungsverzeichnis, Verspachtelung aller Plattenstöße, Fugen und Befestigungspunkte an allen Decken und Wandflächen. Lieferung aller Stiegen, Innentüren; Balkone, Geländer etc. laut Leistungsverzeichnis und Bauordnung. Lieferung und Montage aller im Leistungsverzeichnis enthaltenen Sanitärleitungen, Armaturen, Geräte in gebrauchsfertigen Zustand. Lieferung und Montage der kompletten Heizungsanlage (ohne Versorgungsleitungen!) . Lieferung und Montage des E-Verteilers mit Schutzeinrichtungen und Anschluss der im Leistungsbereich liegenden Leitungen ( Kellerinstallation somit nicht). Tapezierung oder Wandbekleigungen in Feuchträumen (Badezimmer, WC) haben mindestens bis Türstockoberkante zu reichen. Im Spritzwasserbereich sind Feuchträume flüssigkeitsdicht auszubilden. Dichtheit (Luftdichtheit) von Gebäuden
  • Gebäude müssen luftdicht sein, sonst liegt ein Bauschaden vor!
  • Die Notwendigkeit einer dichten Gebäudehülle wird oft unterschätzt, weil angenommen wird, dass die Wände „atmen“ müssen, also irgendwie luftdurchlässig sein sollen. Das darf aber gerade nicht der Fall sein. Eine solche Undichtheit der Gebäudehülle ist bauphysikalisch sehr schlecht und unbedingt zu vermeiden. Manchmal wird mit „atmende“ Wände  gemeint, dass die Wände wasserdampfdiffusionsoffen sein sollen, dies ist bauphysikalisch zu befürworten.
  • Diffusion ist aber ein sehr langsamer Vorgang, der auf Molekülaustausch basiert, und hat nichts mit Undichtheit zu tun! Manchmal wird sogar behauptet, „atmende“ Wände könnten die entstandene Feuchtigkeit nach außen abtransportieren oder gar Frischluft ins Haus lassen. Diese Aussagen sind völlig falsch und strikt abzulehnen. Bei Wänden, die so undicht sind, dass Luft durch sie hindurchgehen kann, liegt ein grober Bauschaden mit den nachfolgend beschriebenen Folgen vor. Feuchtigkeitsabfuhr und Frischluftzufuhr kann ausschließlich durch richtiges Lüften gewährleistet werden. Luftdicht oder winddicht?
  • Winddicht sagt aus, dass vorbeistreichende Außenluft (Wind) nicht die Dämmung durchspülen kann. Dies wird z.B. in Dachkonstruktionen durch Einbau einer Diffusionsoffenen Unterspannbahn an der Konstruktionsaußenseite gewährleistet. Wohngebäude müssen jedoch nicht nur winddicht, sondern tatsächlich luftdichte ausgeführt werden. Die luftdichte Ebene verhindert, das Luft durch die Konstruktion strömen kann. Manchmal wird z.B. in Ausschreibungen „winddicht“ geschrieben, fast immer wird aber damit „luftdicht“ gemeint.